E-Jugend wurde Staffel-Meister

Unsere E-Jugend (Jahrgang 2004) ist souverän Staffel-Sieger geworden.

 

Neun Siege, ein Unentschieden und 68:15 Tore müssen eigentlich nicht kommentiert werden.

 

Unbestätigt ist bisher, dass einer der drei Trainer die Abschlusstabelle über seinem Bett hängen haben soll.

 

Alles begann am 07. März mit einem schweren Auswärtssieg bei Meschenich 2. Auf Asche, die wir Schwadorfer eigentlich Jahre lang genießen durften und die nicht weh tut. Der Platz war jedoch extrem holprig. Dennoch waren wir deutlich überlegen und hatten riesen Torchancen. Doch die Pille wollte einfach nicht rein. Der Gegner kam gefühlt nicht einmal vor unser Tor. Wie es jeder Fußballer schon mindestens einmal erlebt hat, lagen wir völlig unverdient zur Halbzeit 0:1 zurück. Die Jungs saßen in der Pause da wie nasse Pudel. Nachdem sie getrocknet und moralisch aufgebaut worden waren, haben sie das Spiel absolut verdient mit einem 3:1 Sieg gedreht. Die nachfolgenden Trainingseinheiten befassten sich vorrangig mit dem Torschuss.

 

Am 14.03. ging es nach Kaster-Königshoven. Ein in 45 Km entfernter Gegner, der nach Internetrecherche durch seine hohen Siege im Herbst 2014 auffällig war. Hier musste eine besondere Finte her. Vor dem Spiel wurde den Jungs erklärt, dass Ecken nicht immer in den Strafraum geflankt werden müssen. Sondern auch mal in den Rückraum gespielt werden können. Dreimal ist diese Variante gelungen, was den gegnerischen Trainer zum Ausflippen brachte. 3:2 Auswärtssieg sangen auch die Eltern.

 

Eine Woche später war der FC Hürth 2 zu Gast in der Schwadorf-Arena. Dieses Team hatte ebenso wie wir zwei Siege auf dem Konto. Die ersten Minuten war unsere Mannschaft unverständlicherweise sehr nervös. Dann begannen sie, Fußball zu spielen, so dass es zur Halbzeit 3:0 für uns stand. In der 2. Halbzeit wollte jeder ein Tor schießen. Es wurde leider nicht mehr so miteinander gespielt, wie sich die Trainer das vorstellen. Des Öfteren war auch die Torumrandung im Weg. Ein ungefährdeter Sieg, der deutlich höher hätte ausfallen müssen.

 

Das Heimspiel gegen Köttingen wurde zweimal vom Gegner abgesagt. Die Eltern wurden schon unruhig und fragten, ob wir die Punkte nicht einklagen könnten. Der Trainerstab, dem bekannt war, dass Köttingen die ersten beiden Spiele 1:6 und 0:11 verloren hatten, wollte dieses Spiel unbedingt. Denn dies war die beste Möglichkeit allen Spielern Einsatzpraxis zu geben. Das Spiel endete 24:0.

 

Nun galt es den eigenen Höhenflug mit „Högschder Disziplin“ zu bekämpfen. Es ging nach Sindorf 2. Immerhin hatte dieses Team gegen Köttingen 11:0 gewonnen. Nachdem die ersten 10 Minuten erstaunlicherweise wieder mal von Nervosität geprägt waren, spielten die Jungs die restlichen 15 Minuten dieser Halbzeit galaktischen Fußball. Diese 5:0 Halbzeitführung nahmen die Junghechte dann zum Anlass eine ruhige Kugel zu schieben. Es wurde nicht mehr so zusammen gespielt und dem Gegner einige Chancen gewährt. Das 5:0 Endergebnis hätte bei konzentrierter Spielweise deutlich höher ausfallen können. Ein Trainer ist wohl nie ganz zufrieden.

 

Beim Erfolg, fünf Siege und 38:3 Tore, ist auffällig, dass sich die Kasperle zurück halten und alle dem Trainer von den Lippen ablesen.

 

Als es am 6. Spieltag in Köttingen trotz zahlreicher liegengelassener Torchancen „nur“ ein 10:1 Sieg zu verbuchen gab, wurde innerhalb des Trainerstabes diskutiert, ob die Tore am Ende fehlen könnten. Resümee vom Chefcoach war: „De kloppe mer all fott!“

 

Der nächste Gegner, Meschenich 2, bat um zeitliche Vorverlegung. Gleich zu Beginn stellte sich heraus, dass dies dazu diente, mit den Spielern ihrer 1. E-Jugend anzutreten, um dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Die Jungs nahmen diese Herausforderung an, es entwickelte sich ein echtes Spitzenspiel. Die vollbesetzte Flechtenweg-Arena bebte. Der gegnerische Trainer trug mit seinem ständigen Gebrülle dazu bei. Unsere Halbzeitführung mit 3:2 war völlig verdient, brachte ihn dann völlig in Rage. In der zweiten Halbzeit mussten wir sehr früh den Ausgleich schlucken. Davon ließ sich aber keiner der Spieler beeindrucken und sie hielten weiter dagegen. Kampf- und Teamgeist, Siegeswille und spielerische Fähigkeiten sorgten für die 4:3 Führung, die bis 12 Sekunden vor Schluss verteidigt werden konnte. Der Cheftrainer, noch völlig raderdoll vom Spiel, trug in den Spielbericht „4:4 für Schwadorf“ ein.

Noch drei Spiele zu spielen und 6 Punkte Vorsprung.

 

Am 8. Spieltag kam der Tabellenzweite, Kaster-Königshoven, zu Gast auf unseren geliebten Kunstrasen. In der 1. Halbzeit kauften sie unseren Lurchis, wie ich sie oft liebevoll nenne, teilweise mit unfairen Mitteln den Schneid ab. Unseren linken Verteidiger setzten sie vorerst durch zwei harte Fouls außer Gefecht. Unser Torwart war bei einem Freistoß scheinbar geblendet, denn dieser Schuss flog über ihn ins Tor. 0:1 zur Halbzeit. Als sich die Jungs über die unfaire Spielweise des Gegners beklagten, wurde sie an der Ehre gepackt. Außerdem hatte unser Trainer mit der meisten Erfahrung eine geniale Idee. Nämlich unseren gebeutelten linken Verteidiger als zweiten Offensiven hinter der Sturmspitze aufzustellen. Überwiegend führte diese taktische Meisterleistung dazu, dass das Spiel gedreht wurde, da dieser Spieler sich mit zwei Toren rächte, eine Torvorlage gab und Kaster somit erneut 3:2 besiegt wurde.

Aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen bedeutete dieser Sieg die vorzeitige Staffel-Meisterschaft.

 

Nun war das Ziel, die letzten beiden Spiele, trotz vorzeitigem Titel, ebenso erfolgreich zu gestalten und nicht, wie ein vorzeitiger Meister aus dem Süden Deutschlands aufzutreten.

 

Vom nächsten Gastgeber, FC Hürth 2, wurden wir mit stolzer Brust als Meister begrüßt. Die Fans wirbelten von der ersten bis zur letzten Minuten den Schwadorfer Schal durch die Luft. Nach dem ungefährdeten 5:2-Sieg hörte man noch bis in den Abend die Gesänge „jrön un wiess“.

 

Am letzten Spieltag durften wir Sindorf 2 begrüßen. Alle kamen nüchtern zum Spiel und die Laktatwerte stimmten. Es ging darum alle Spieler einzusetzen und ein meisterwürdiges Ergebnis zu erreichen. Nach diesem 8:3-Sieg waren unsere Helden nicht mehr zu bremsen und so wurden die Trainer, wie es im Profisport üblich ist, geduscht.

 

Zum Saisonabschluss nahmen wir am Turnier in Gruhlwerk teil. Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage zogen wir ins Halbfinale ein. Und hatten hier den FC Hürth 1 vor der Nase. In einem tollen Spiel mit ausgeglichener Anzahl an Torchancen unterlagen wir dem späteren Turniersieger knapp mit 1:2. Den 3. Platz sicherten wir uns danach durch ein im Ergebnis für den Gegner, Gruhlwerk 1, schmeichelhaften 1:0-Sieg.

 

Bei der Meisterschaftsfeier nahmen die Spieler stolz die von Sylvia Fritz, Erstehilfe-Schule Brühl, gesponserten Pokale entgegen.

 

Dat es jet, wo mer stolz drop sin.